Gedenkstättenfahrt der beruflichen Gymnasien des Konrad-Klepping-Berufskollegs und des Karl-Schiller-Berufskollegs nach Oswięcim und Krakau (25.11. bis 02.12.2024)
Vom 25. November bis 2. Dezember 2024 hatten wir, 27 Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2024 der beruflichen Gymnasien des Konrad-Klepping-Berufskollegs und des Karl-Schiller-Berufskollegs, die Möglichkeit, an einer Gedenkstättenfahrt teilzunehmen. Unser Ziel war es, die Gedenkstätten der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau zu besuchen und die Spuren der untergegangenen ostjüdischen Kultur in Krakau zu entdecken.
Die Reise war für uns eine wichtige Gelegenheit, uns intensiv mit den Themen Terror und Vernichtung auseinanderzusetzen, die im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Ideologie stehen. Wir besichtigten das Konzentrationslager Auschwitz I und das große Vernichtungslager Auschwitz II (Auschwitz-Birkenau), das sich über 175 Hektar erstreckt. Diese Orte sind durch ihre schreckliche Geschichte geprägt und wir erhielten viele Informationen während unserer Führungen. Diese Informationen halfen uns, ein klares Bild des Grauens zu formen, das wir durch diese Führungen und abendliche Reflexionsrunden in einen größeren historischen Kontext einordnen konnten. In der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz/Oswięcim nahmen wir an verschiedenen Workshops teil, die unsere persönliche Auseinandersetzung mit den Eindrücken von Terror und Vernichtung vertieften.
An den letzten beiden Tagen unserer Reise besuchten wir die wunderschöne Stadt Krakau und bezogen unser Quartier im ehemaligen jüdischen Viertel Kazimierz. Krakau ist nicht nur durch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ bekannt, sondern auch ein wichtiges Zeugnis der untergegangenen Lebenswelt der Ostjuden in Mitteleuropa, wo im Jahr 1939 mehr als fünf Millionen jüdische Menschen lebten. Vor Ort besuchten wir unter anderem die Räumlichkeiten der ehemaligen Deutschen Emaillewerke, dem Ort der Rettung von über 1000 Jüdinnen und Juden durch Oskar Schindler, wo wir eine Führung zur Geschichte des Werks und der Stadt Krakau in der Kriegs- und Nachkriegszeit erhielten. So wurde die Perspektive erweitert und auch die Unterdrückung und das Leiden der polnischen Nation und der polnischen Bevölkerung und gleich mehreren totalitären Systemen gerieten stärker ins Blickfeld. Europa, wie wir es heute kennen, ist ein Geschenk – das ist dort und in der ganzen Stadt spürbar.
Die Eindrücke, die wir gesammelt haben, werden uns ein Leben lang begleiten. Wir hatten viele Informationen im Kopf – aus dem Unterricht, dem Fernsehen und dem Internet. Erst an den Orten des Geschehens und im passenden zeitlichen und örtlichen Rahmen gelang es uns, aus diesen Informationen eine Geschichte zu formen, die wir für immer im Gedächtnis behalten und niemals vergessen werden. Über diese Geschichte können wir nun Zeugnis ablegen.
Ein besonderer Dank gilt der Bezirksregierung Arnsberg, der Sanddorf-Stiftung und der Schulkonferenz des Konrad-Klepping-Berufskollegs. Ohne ihre Unterstützung wäre diese wertvolle Erfahrung nicht möglich gewesen. Ihr Engagement für Bildung und Erinnerungskultur hat uns die Chance gegeben, diese wichtigen historischen Stätten zu besuchen und unsere Perspektiven zu erweitern.
Vielen Dank!
Lorina und Albijan (KABO13)